Grete Weil
Leben und Werk • 1906 1999
Am 18. Juli wäre Grete Weil hundert Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass veranstaltet das Germanistische Seminar unter Leitung von Prof. Dr. Sibylle Schönborn und Dr. Ariane Neuhaus-Koch in Zusammenarbeit mit Studierenden und in Verbindung mit der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf eine Ausstellung zu Leben und Werk der Autorin.
Mit der Ausstellung soll an das Leben dieser wichtigen Autorin der deutschen Literatur des letzten Jahrhunderts erinnert und in ihr vielfältiges und provozierendes Werk eingeführt werden, das nach einer kurzen Phase des Erfolgs allzu schnell wieder vergessen wurde.
Grete Weils erste Erzählung entsteht 1932 im intellektuellen großbürgerlichen Klima des assimilierten Münchener Judentums. Ein literarisches Vorbild findet sie in Thomas Mann, die Geschwister Erika und Klaus Mann gehören zum Freundeskreis. Den zweiten unveröffentlichten Roman schreibt sie 1944 unter radikal anderen Bedingungen im Amsterdamer Exil nach der Ermordung ihres Mannes Edgar Weil im KZ Mauthausen. Nach ihrer Rückkehr in das zerstörte Deutschland entsteht 1963 mit „Tramhalte Beethovenstraat“ der erste deutschsprachige Roman einer Überlebenden über Exil, Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden.
In „Meine Schwester Antigone“, ihrem späten ersten großen literarischen Erfolg verknüpft Grete Weil die antike Mythenerzählung und die Erinnerungsarbeit einer Überlebenden mit dem Deutschland zu Zeiten des Terrorismus. 1983 bricht sie mit dem Thema des Alterns in „Generationen“ ein Tabu. Nach ihrer Israel-Reise im Jahr 1986 entsteht der letzte große Roman, „Der Brautpreis“, der noch einmal die Antigone-Figur im Dialog mit Michal, König Davids Frau, beschwört, um ihr eigenes Judentum im Kontext einer europäisch-jüdisch-antiken Tradition zu beschreiben. Ein Jahr vor ihrem Tod erscheint schließlich die Autobiographie „Leb ich denn, wenn andere leben“.
Am Donnerstag den 13. Juli 2006 um 18 Uhr findet eine Veranstaltung zur Ausstellung in der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf statt.
- Begrüßung
Prorektorin
Dr. Hildegard Hammer
- Grußwort
Direktorin der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
Dr. Irmgard Siebert
- Vorträge
„Verfolgung, jüdischer Rat und Widerstand in den Niederlanden“
Prof. Dr. Falk Wiesemann
- „Antigone und die deutsch-jüdische Geschichte Eine Spurensuche“
Prof. Dr. Sibylle Schönborn
- Lesung
aus dem unpublizierten Antigone-Roman (1954)
Sabine Ciechowski
- Führung
Dr. Ariane Neuhaus-Koch
Charlotte Demai, Verena Kergl,
Kathrin Petersen, Bettina Hartmann,
Nadine Königs, Verena Meis, Yuan Wang,
Sophie Schröder, Dr. Christine Bastian, Nicole Tzanakis,
Erik Scholz, Susanne Liebig, Tanja Zielinski,
Sabine Ciechowski, Anna Marschall, Anne Büttneri
- Umtrunk
Die Ausstellung ist montags bis freitags von 8 bis 22 Uhr, samstags von 9 bis 20 Uhr und sonntags von 13 bis 20 Uhr im Foyer der Universitäts- und Landesbibliothek zu sehen.
Ansprechpartner:
Carola Spies, 0211 - 81-15641Ort: Zentralbibliothek, Universitätsstr. 1, Gebäude 24.41, 40225 Düsseldorf
Dauer: 13. Juli bis 15. September 2006
Ansprechpartnerin
Carola Spies |
| 0211 - 81-15641 |
| 24.41.ZG.81 |
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