Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
 
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Bestandsübersicht der Thomas-Mann-Sammlung

Erstausgaben, Werkausgaben und bibliophile Ausgaben der Werke Thomas Manns

Zur Thomas-Mann-Sammlung der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf gehören sämtliche Erstausgaben und Werkausgaben sowie zahlreiche bibliophile Ausgaben der Werke Thomas Manns.

Die Erstausgabe der frühen Erzählungen Thomas Manns erschien 1898 unter dem Titel "Der kleine Herr Friedemann" im Verlag Samuel Fischer in der Reihe "Collection Fischer". Sie war Fischers erstes Unternehmen, eine billige Buchreihe im Taschenbuchformat mit guten Autoren auf den Markt zu bringen. Der Umschlag, der von dem mit Thomas Mann befreundeten Münchener Maler Baptist Scherer gestaltet wurde, zeigt eine junge Frau im Jugendstilkleid mit einem breitrandigen, üppig verzierten Sommerhut, die fasziniert ein Buch liest. Als Vorbild diente dem Künstler wahrscheinlich Thomas Manns Schwester Carla.

Zu den Rara der Sammlung gehört ferner ein Zyklus farbiger Lithographien zum "Tod in Venedig" von Wolfgang Born (1893-1949) aus dem Jahr 1921. Alle Zeichnungen dieses Mappenwerkes wurden vom Künstler signiert. Das letzte Bild dieses Zyklus, betitelt mit "Der Tod", zeigt eine Vision des Protagonisten Gustav von Aschenbach, der das Opfer einer Knabenliebe wird.

Anlässlich des 50. Geburtstages von Thomas Mann im Jahre 1925 erschien im Verlag Samuel Fischer eine zehnbändige Gesamtausgabe der Werke Thomas Manns. Der erste Band enthielt ein Porträt Thomas Manns nach einer Radierung von Max Liebermann. Hans-Otto Mayer erwarb die Originalradierung Liebermanns für die Sammlung.

Die im Jahr 1953 publizierte Erzählung "Die Betrogene" ist das einzige Werk Thomas Manns, dessen Handlung in Düsseldorf spielt. Neben der Erstausgabe ist in der Thomas-Mann-Sammlung auch eine Faksimile-Ausgabe des Manuskripts im Kupfertiefdruck vorhanden, die ein Porträt Thomas Manns von Ernst Morgenthaler enthält. Sie wurde von den Freunden des Schweizer Kinderdorfes "Kiriath Yearim" mit einer faksimilierten Bemerkung Thomas Manns herausgegeben: "Herzlich gern gebe ich den Vorabdruck dieser Erzählung im Faksimile der Handschrift frei zu Gunsten bedürftiger Kinder und Jugendlicher in Israel."

Sekundärliteratur

Die Sekundärliteratur zu Thomas Mann bildet heute den Schwerpunkt der Sammlung. Mehr als 28.100 Monographien und Aufsätze zum Thema "Thomas Mann" sind in der Sammlung vorhanden.

Ausschnittarchiv

Das Ausschnittarchiv der Thomas-Mann-Sammlung wurde nach dem 2. Weltkrieg von Hans-Otto Mayer begründet und enthält heute ca. 30.000 Dokumente zu Thomas Mann und zu Angehörigen der Familie Mann. Jährlich kommen mehrere hundert Dokumente hinzu, die systematisch abgelegt werden. Das Ausschnittarchiv enthält nicht nur Zeitungsartikel, sondern auch (Aufsatz-)Kopien, Fotos, Porträt-Kopien, Prospekte, Ausschnitte aus Antiquariats- und Auktionskatalogen und diverse andere Materialien.

Übersetzungen

In der Thomas-Mann-Sammlung sind über 1.200 Übersetzungen der Werke Thomas Manns in mehr als 40 Sprachen vorhanden. Ob in den Fremdsprachen Europas oder in Chinesisch, Japanisch, Arabisch oder Hindi: Hier können Sie die Werke Thomas Manns in ihren Übersetzungen lesen. Im Sonderlesesaal sind sie systematisch nach Sprachen aufgestellt.

Kopien der Briefe von Thomas Mann

In der Forschung wird die Anzahl der Briefe, die Thomas Mann im Laufe seines Lebens geschrieben hat, auf ca. 25.000 bis 30.000 geschätzt, von denen noch ca. 20.000 Briefe erhalten oder nachweisbar sind. Etwa 5.000 Briefe Thomas Manns, die bisher nicht veröffentlicht wurden, liegen der Thomas-Mann-Sammlung in Abschriften, Fotokopien und Durchschlägen vor.

Audiovisuelle Medien

Fast 200 Spiel- und Dokumentarfilme sowie Hörbücher bereichern den Bestand der Thomas-Mann-Sammlung.

Nachlässe von Thomas-Mann-Forschern

In der Sammlung befindet sich der Nachlass von Hans-Otto Mayer. Er besteht im wesentlichen aus den Vorarbeiten für das Briefregestenwerk sowie aus der umfangreichen Korrespondenz.

Der Nachlass des Thomas-Mann-Bibliographen Harry Matter umfasst seine Korrespondenz, u. a. mit zahlreichen DDR-Schriftstellern, sowie eine chronologische Zeitungsausschnittsammlung, die besonders die Rezeption der Werke Thomas Manns in der ehem. DDR widerspiegelt. Der Nachlass ist noch nicht erschlossen.

Mittwoch, 16. 05. 2012

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Dr. Ute Olliges-Wieczorek

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Redaktion: Ute Olliges-Wieczorek       Stand: 30.04.2010, 11:09
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